Venedig 2018-10-24T11:41:29+00:00

VENEDIG – LA SERENISSIMA

LEBEN IN DER LAGUNE

LEBEN IM MUSEUM

LEBEN IN DER GESCHICHTE

Venedig ist immer ein lohnendes Ziel. Sei es, dass Sie ein romantisches Wochenende verbringen oder die Geschichte untergegangener Größe sehen möchten. Die Stadt in der Lagune bietet eine schier unendliche Zahl von Möglichkeiten. Die Liebhaber der Oper finden im “Teatro La Fenice” ihren Tempel, die Kunstliebhaber ziehen eher das “Arsenale” vor, wo die Biennale über die neuesten Trends in der Bildenden Kunst informiert. Und wer sich gern im Umkreis des Glamours aufhält, fährt zum Lido, wo alljährlich das Filmfestival stattfindet und die A-, B- und C-Promis Hof halten. Venedig scheint das alles nicht zu berühren. Kein bröckelnder Putz, keine absinkenden Stützen der Palazzi, selbst die vielen tausend Touristen, die zusätzlich durch die großen Kreuzfahrtschiffe täglich in die Stadt gespült werden, können die Schönheit der Stadt beschädigen. “La Serenissima” (Die Erhabene, so nennt sich Venedig selbst) liegt in der Lagune, als wäre sie noch immer das (wunderbare) Zentrum der Welt.

AKTUELLE TIPPS GIBT’S IN UNSEREM REISEBLOG

Texte und Bilder auf dieser Website dienen der Orientierung und Planung Ihrer Reise nach Venedig. Alle Infos sind von der 3-Tage-in-Redaktion sorgfältig recherchiert und werden fortlaufend aktualisiert. Dennoch kann es vorkommen, dass einzelne Angaben lückenhaft oder veraltet sind. Wir sind daher für jeden Hinweis, jede Richtigstellung oder Ergänzung dankbar. Bitte senden Sie Ihre Anregungen an: info@3-tage-in.de

Für viele Städte aus dem “Visit-the-City”-Programm finden Sie ausführlichere Informationen in unseren Reiseführern „3 Tage in“, die Sie als Taschenbuch oder eBook direkt im BKB Shop oder im Buchhandel erwerben können!

TIPPS DER VISIT-THE-CITY-REDAKTION FÜR IHREN 3-TAGE-TRIPP NACH VENEDIG

VENEDIG AM 1. TAG

DIE STADT IN DER LAGUNE

Venedig entdecken heißt zu Fuß gehen. Beginnen Sie Ihre Stadterkundung da, wo alle hingehen: am Marktplatz. Von der Piazetta am Ufer der Lagune geht es vorbei am Dogenpalast zur Basilika San Marco. Hier finden Sie die berühmten Bilder mit der Basilika, den unendlich vielen Tauben und den Cafés mit Flügel und Stehgeiger. Schön anzusehen ist die Musik, aber wenn Sie sich setzen, wird es teuer. Weiter geht der Weg Richtung “Academia”. Sie überqueren kleine Kanäle, gehen durch breite und nicht so breite Gassen, sehen von hinten das wenig eindrucksvolle Gesicht so manchen Palazzos und machen Rast auf einem der schönen Plätze am Weg. Lassen Sie sich treiben und genießen Sie die Vielfalt der Eindrücke.

EIN GRUß AUS DEM ORIENT: DIE BASILIKA SAN MARCO

Fünf Kuppeln krönen die Basilika, die in der Tradition byzantinischer Kirchen errichtet und 1094 geweiht wurde. Bis zur Fertigstellung des Baus dauerte es aber noch einige Jahrhunderte, so dass heute eine ungewöhnliche Mischung verschiedener Stile zu sehen ist. Im Innenraum erzählen prachtvolle Mosaike auf mehr als 4.000 qm biblische Geschichten und viele Kostbarkeiten sakraler Kunst zeugen von dem Reichtum der Stadt. Wer die Kirche besuchen möchte, sollte einiges an Wartezeit einrechnen.

WO DIE DOGEN EINST DIE “WELT” REGIERTEN

Der Palazzo Ducale war das Zentrum von Venedigs Macht. Hier wohnte der Doge, hier tagten der Senat und der Große Rat, hier wurde über Krieg und Frieden in Europa entschieden. Der eindrucksvolle Bau ist von außen im gotischen Stil gehalten, Innenräume und Mobiliar zeigen elegante, klassische Renaissance. Eine Besichtigung des Palazzo ist unbedingt empfehlenswert, allerdings ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Schlau ist, sich im vorab über das Internet ein Ticket ggf. auch eine Führung zu buchen.

IM LABYRINTH DER HÄUSER

So verwirrend, wie sie auf den ersten Blick erscheinen, sind die vielen engen Gassen Venedigs gar nicht. Eigentlich müssen Sie sich nur die Richtung merken, in die Sie gehen wollen: Academia, Rialto, Ferrovia und natürlich San Marco. Dann ist es einfach. Folgen Sie nur den kleinen gelben Schildern, die an fast jeder Straßenecke angebracht sind. Und wenn Sie doch einmal vom Weg abkommen, nun dann gehen Sie einfach ein paar Schritte zurück oder Sie entdecken vielleicht noch einen Zipfel des ursprünglichen Venedigs.

MIT DEM VAPORETTO ZUM ANFANG …

Nehmen Sie das Vaporetto Nr. 2 von der Station S. Zaccaria (direkt neben dem Dogenpalast) bis zum Bahnhof Santa Lucia. Sie fahren dabei auf dem Guidecca-Kanal, wo auch die großen Kreuzfahrtschiffe nach Venedig ein- und auslaufen und bekommen einen wunderbaren Eindruck von der Anlage der Stadt in der Lagune. Am Bahnhof wechseln Sie das Vaporetto und fahren zurück nach San Marco.

… UND ZURÜCK INS HERZ DER CITY

Von der Piazzale Roma geht es nun mit dem Vaporetto Nr. 1 den gesamten Canale Grande entlang, dem schönsten Entrée der Stadt. Für die Bewohner ist die “Hauptstraße” die quirlige Lebensader, für den Besucher ein überwältigendes Erlebnis.  Vaporetti, Transportschiffe und Gondeln kreuzen ohne Pause die Fahrt und ein grandioser Palazzo reiht sich an den anderen. Sie fahren unter der Rialto-Brücke hindurch, sehen die großartige Kirche Santa Maria della Salute und dahinter die offene Lagune. Am Dogenpalast sind Sie wieder im Zentrum und verlassen das Vaporetto.

VENEDIG AM ABEND

Zum Aperitivo geht’s in Harry’s Bar. Der Ort ist weltberühmt und ein “must” für jeder Besucher. Hier hat schon Hemingway seine Gimlets getrunken, hier wurde auch der  “Bellini” kreiert. Der Drink, der aus dem Fruchtmark weißer Pfirsiche und Prosecco gemischt wird ist ein typischer und leckerer Aperitif. Aber vorsicht, wenn Sie viele davon trinken, geht’s ins Geld.

Zum Abendessen besuchen Sie eine der unzähligen Trattorien z.B auf der San Polo-Seite der Rialto-Brücke und genießen die einfache aber sehr geschmackvolle venezianische Küche. (Die Spaghetti Vongole sind fast überall sensationell!).

Zum Abschluss des Abends noch einen Bummel durch das nächtliche Venedig und vielleicht einen Absacker in einer der kleinen Bars am Weg. Venedig geht früh schlafen, gegen Mitternacht sind die meisten Lokale geschlossen.

VENEDIG AM 2. TAG

MORGENS RIALTO …

Der Markt an der Rialto-Brücke ist etwas für Frühaufsteher. Aber es lohnt sich. Nirgends sonst sehen Sie so viel vom Leben der Venezianer, wie auf dem kleinen Marktplatz hinter der Brücke. Obst, Gemüse, Fleisch und vor allem Fisch, alles ist frisch und wird für relativ kleines Geld angeboten. Und natürlich wird nicht einfach nur eingekauft, ein kleines Schwätzchen gehört immer dazu. Rund um den Markt gibt es viele kleine Bars und Cafés, wo Sie einen Espresso oder Cappuccino trinken und ein Dolce zum Frühstück zu sich nehmen können. So wie es die Venezianer auch tun. Danach überqueren Sie die Rialto-Brücke und bummeln in Richtung Canareggio.

… DANACH INS JÜDISCHE VIERTEL

Das Viertel Cannaregio liegt etwas am Rande der Touristenströme. Hier war ehemals das jüdische Ghetto Venedigs, das erste der Welt. Der Name kommt vom venezianischen “gheto” (Metallguss), weil hier früher die Metall-Fabriken standen. Heute ist das Viertel das Zuhause einfacher Arbeiter und Fischer und der Besucher erlebt die Stadt, wie sie in der Zeit vor den Touristenströmen gewesen sein mag. Synagogen und Museen zeugen heute noch von der reichen jüdischen Kultur und es lohnt sich, hier und da einen Stopp einzulegen. Das gilt auch für die vielen kleinen Trattorien und Bars.

NACHMITTAGS  NACH MURANO …

Von der Station “Fondamenta Nuova” geht’s mit dem Vaporetto nach Murano. Hier entsteht das berühmte venezianische Glas mit seinen eigenwilligen, oft sehr bunten Kreationen. Murano Glas wird heute zwar nicht mehr nur auf der Insel hergestellt, doch hier können Sie noch richtigen Glasbläsern bei ihrer Arbeit zusehen. Im “Museo Vetrario” erhalten Sie einen Überblick über die 2.000 jährige Geschichte des Glases. Seien Sie vorsichtig bei Ihren Käufen, Glas bricht sehr leicht! Fast alle Geschäfte bieten daher einen Versandservice an Ihre Heimatadresse an.

… ODER ZU DEN FISCHERN AUF BURANO

Wer mehr Zeit (ca. 4 Stunden) mit einem Ausflug verbringen möchte, fährt mit dem Schiff nach Burano (Linie 12 von der Station “Fondamenta Nuova”). Das Dorf der Fischer liegt auf vier kleinen Inseln und ist berühmt für seine pastellfarbenen Häuser. Es ist eine kurze Reise in eine andere Zeit. Die Beschaulichkeit des Ortes lässt vergessen, dass der Trubel Venedigs nur eine Bootsfahrt von einer knappen Stunde entfernt ist. Das Highlight ist hier nicht eine orientalische Kostbarkeit, hier ist Ruhe und Entspannung vor malerischer Kulisse angesagt.

UND AM ABEND EIN FEST DER SINNE

Das Theater La Fenice, der Phönix, war einstmals das beste Opernhaus der Welt. Rossini, Bellini, Donizetti und natürlich Verdi, haben hier ihre Opern uraufgeführt. Nachdem das Haus vor ein paar Jahren abgebrannt war, nicht zum ersten Mal, steht es heute wieder in altem Glanz. Wie eine Puppenstube oder ein Modell der Wiener Staatsoper mutet der Innenraum an. Täuschen Sie sich aber nicht, hier erwartet Sie große Oper. Das gesamte klassische Opernrepertoire steht auf dem Spielplan und die Bühne profitiert von der Nähe zur Mailänder Scala, die es ermöglicht, Künstler zu verpflichten, die ein so kleines Haus sonst wohl kaum bezahlen könnte. Für jeden Musikliebhaber ist das Fenice ein Pflichtbesuch!

VENEDIG AM 3. TAG

DIE GONDEL IST AUCH EINE FÄHRE

Zugegeben, ein wenig mulmig war mir schon. In einer Gondel, in diesem Fall ein Traghetto, mit sieben weiteren Fahrgästen stehend (!) über den Canale Grande zu fahren, war schon ein Erlebnis. Ein sehr preiswertes (2 €) vor allem, gemessen an den Preisen, die eine touristische Gondelfahrt kostet. Es gibt nur noch sehr wenige Stellen (z. B. nähe Fischmarkt oder Academia), an denen man den Kanal auf diese althergebrachte Weise überqueren kann. Diese öffentliche Fähre ist aber ein wirkliches Highlight, besonders dann, wenn man wieder an Land ist.

SANTA MARIA DELLA SALUTE: IM GEDENKEN AN DIE PEST

An prominentester Stelle, an der Spitze des Viertels Dorsoduro gleich am Eingang zum Canale Grande, steht die Basilika Santa Maria della Salute. Nach dem Ende der verheerenden Pestepidemie im Jahr 1630 wurde vom Senat beschlossen, zu Ehren der Jungfrau Maria eine Kirche zu errichten. Im Jahre 1687 wurde die Kirche geweiht und ist seither eines der markanten Wahrzeichen Venedigs. Berühmte Bildhauer und Maler haben zum Schmuck der Basilika beigetragen, so Tintoretto mit seiner “Hochzeit zu Kanaa” und Tiziano mit mehreren Bildern und dem großen Deckengemälde.

PEGGY GUGGENHEIM UND NOCH VIEL MEHR

Peggy Guggenheim’s Sammlung der Klassiker der Moderne ist in der ganzen Welt berühmt und sicher einen Besuch wert. Tatsächlich hat Venedig aber sehr viel mehr zu bieten. Eine Vielzahl von Museen und Galerien, verteilt über die ganze Stadt, bieten praktisch einen Überblick über die gesamte Kunstgeschichte. Und natürlich die Biennale. Jedes Jahr im Sommer und Herbst ist Venedig Tummelplatz für Kunstbegeisterte aus aller Welt. Im Wechsel von Bildender Kunst und Architektur wird jährlich eine Gesamtschau zum Stand der Kunst geboten. Das Gelände um das Arsenale herum ist dann eine einzige große Galerie.

ZUM ABSCHLUSS EIN SHOPPINGBUMMEL

Venedig bietet eine Menge Möglichkeiten zu shoppen. Fast alle großen Designer haben Dependancen in der Stadt, zumeist im Viertel San Marco. Darüber hinaus finden Sie überall kleine Läden mit interessanten Angeboten. Berühmt sind die Masken Venedigs, die in unzähligen Varianten in der ganzen Stadt angeboten werden. Vorsicht bei den fliegenden Händlern! Taschen aller Label werden sehr günstig feilgeboten, allerdings sind es keine Originale und der Kauf ist illegal. Die Guardia di Finanza kontrolliert sehr oft und die Strafen auch für die Käufer (!) sind drastisch.

MIT FLUGZEUG, AUTO ODER BAHN NACH VENEDIG

Venedig wird von vielen Fluggesellschaften direkt angeflogen. Der Flughafen Marco Polo liegt ca. 10 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Mit dem Bus oder Vaporetto (Wasserbus) fahren Sie ca. 30 Minuten bis zur Piazzale Roma. Komfortabler ist es mit dem Wassertaxi, allerdings vergleichsweise teuer (ca. 120 €).
Der Bahnhof von Venedig, Santa Lucia, ist von Mailand aus in ca. 2.30 Stunden mit dem Intercity zu erreichen.
Sie können auch mit Ihrem Auto anreisen, müssen dies aber vor der Stadt im Parkhaus abstellen. In Venedig selbst geht man zu Fuß oder nimmt das Vaporetto (Wasserbus) bzw. das Wassertaxi.

Wenn Sie mit der Bahn anreisen möchten, können Sie hier nach der passenden Verbindung suchen:

Bildnachweis: Alle Bilder BKB Verlag außer: