Reisen in Corona-Zeiten? Kein Problem mit dem Wohnmobil. Über Pfingsten waren wir für ein langes Wochenende an der Mosel. Durch die Reisewarnung bleiben momentan viele Reisende lieber in Deutschland, genau wie wir. Hier zu Lande gibt es schließlich auch einiges zu entdecken.

 

Also haben wir uns Sonntagmorgen spontan auf den Weg Richtung Traben Trarbach gemacht. Direkt an der Mosel gelegen liegt der kleine idyllische Ort unweit von Cochem und Koblenz. Auf dem Campingplatz Rissbach haben wir unser vorübergehendes Zuhause gefunden. Übrigens eine tolle Empfehlung für Campingreisende. Sehr gepflegte Anlage und super freundliche Mitarbeiter. Auf dem Platz befinden sich ein kleines Restaurant und ein Tante Emma Laden und das Beste ist: Man liegt direkt am Wasser.

Traben Trarbach ist in 1,5 Kilometer zu erreichen und der Fussmarsch direkt an der Mosel traumhaft schön. Obwohl man von Köln aus nur ein paar Kilometer fahren muss, fühlt man sich wie in einem anderen Land. Das Urlaubsfeeling war sofort da. Abschalten war vorprogrammiert.

Der kleine Ort Traben Trarbach bietet neben Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten auch ein paar tolle Weinbars. Kleine, feine Bars, in denen der leckere Moselwein angeboten wird. Und wieder ein Geheimtipp: die Weinstube Aacher Hof. Hinter Efeuranken sitzend kann man dort leckeren Wein genießen und die Seele baumeln lassen. Trotz Corona und Maske tragen war die Bedienung einfach sehr freundlich. Viele Gäste mussten einige Minuten auf einen Tisch warten, aber die nette Bedienung hat alle Gäste bei Laune gehalten. Ein so angenehmes Flair, als erlebe man das Dolce Vita in Italien, aber eben mitten in Deutschland. Neben leckerem Wein kann man super durch das Städtchen bummeln und natürlich sehr lecker Essen gehen. Alles mit Einschränkungen, aber an den Abstand und den Nasenmundschutz hat man sich ja mittlerweile schon gewöhnt. 

Am Pfingstmontag ging es dann weiter in das 30 Kilometer entfernte Cochem an der Mosel. Wir hatten bereits viel von der kleinen Stadt gehört und sie deshalb als zweites Ziel ausgewählt. Cochem war wesentlich voller als Traben Trarbach und die Parkplatzsuche mit Wohnmobil schien schwieriger zu sein, aber zum Glück gibt es Stellplätze an der Moselpromenade. Dank des defekten Ticketautomaten allerdings auch inklusive Knöllchen. 

In Cochem sind wir den kleinen Bergmarsch zur Reichsburg gewandert und haben uns den Ausblick auf die Mosel von oben angesehen. Gerade einmal 30 Minuten dauert der Spaziergang und der Blick war großartig. Eine Besichtigung haben wir uns wegen Corona verkniffen, aber bestimmt wäre es sehenswert gewesen. Die Burg wirkte von außen schon sehr imposant. Unten wieder angekommen haben wir uns auf die Mosel begeben, denn ich finde eine kleine Bootstour muss bei so einem Besuch auch dabei sein. In diesem Fall gefiel uns die Abstandsregelung sogar sehr gut, denn man hatte eine Menge Platz für sich auf dem Schiff. 

Alles in allem kann ich jedem die Moselregion und die beiden Orte Traben Trarbach und Cochem sehr empfehlen. Für Campingreisende gibt es zahlreiche Möglichkeiten und die Campingplätze sind fast alle direkt am Wasser gelegen. Für alle anderen gibt es viele Pensionen und Hotels, sodass es eine super Alternative ist, in Deutschland Urlaub zu machen. Dolce Vita ist ja vor allem ein Gefühl und nicht zwingend ein Ort. Also, wer noch keine Idee für den Sommer oder den Herbst hat, den konnte ich hoffentlich ein wenig inspirieren. 

Bildnachweis: Alle Fotos © Sarah Weber