Ich liege gern in Strandnähe im Schatten und lese ein gutes, manchmal auch nicht so gutes Buch. Aber wenn man das bei Freunden in einem Segelzentrum tut, kann man sich dem Treiben der großen und kleinen Wind- und Wasser-Liebhaber nicht entziehen. Und wenn man die Begeisterung der kleinen “Seemänner” sieht, will man das auch gar nicht. Segelferien sind nicht nur etwas für Enthusiasten. Das habe ich jetzt gelernt.

Wenn sich 20 pinkfarbene kleine Segel in der Bucht von Bagnaia tummeln, ist der Optikurs unterwegs. Patrick und Daniel erklären den jüngsten Segelanfängern, wie man in den Wind kommt und was eine Wende ist. Ein paar Wellen weiter sausen die O´pen BIC´s mit den knallroten Segeln übers Wasser, man hört ständig “Oh, ist das geil”, aber Max versucht trotzdem geduldig, den Kids bei allem Spaß auch noch ein paar Manöver beizubringen. Kentern ist dabei Pflicht und gehört zum Lernprogramm.

In den Jollen geht es ruhiger zu, denn da machen die Großen ihre ersten Segelerfahrungen, und an den knallblauen Segeln erkennt man die Profis, die schon ohne Lehrer in der Bucht unterwegs sind. Denn in der deutschen Segelschule kann jeder so segeln, wie er möchte – ob nur zum Schnuppern, einfach aus Spaß, mit Ambitionen für einen Segelschein oder gar mit Ausbildung zum Skipper auf einer der großen Yachten. Das ist gerade für Familien ideal, Kurse gibt es für alle Altersgruppen und die Kleinsten werden in einer deutsch-italienischen Kindergruppe betreut. 

Seit über 30 Jahren leiten Gereon und Helga die deutsche Segelschule und in dem kleinen Familienunternehmen sind inzwischen auch Tochter Zarah und Schwiegersohn Ricardo dabei, Sohn Laurenz und Tochter Esther springen oftmals ein und selbst Enkelin Isabel hilft schon beim Boote streichen. Mit viel Engagement und Liebe gestalten die Verweyens und ihr Segellehrerteam die Segelferien und selbst für die, die am späten Nachmittag nach dem Segeln noch nicht müde sind, gibt es was tun. So klettern die Kleinen in die Piratenhöhle oder machen eine Schnitzeljagd, treffen sich die Teenies beim Grillen, spielen Beachvolleyball und steigen die Großen auf die Burg von Volterraio, kosten das leckere Olivenöl vom Hotel Feluca oder besichtigen Napoleons wunderschöne Exilvilla. Legendär sind auch die Konzerte wenn Elbaner oder internationale Musiker zum Rocken auffordern. Wer dazu keine Lust hat, kann mit der kleinen Fähre nach Portoferraio übersetzen und durch die Gassen der Altstadt bummeln.

Einen Abend sollte man aber auf gar keinen Fall verpassen und das ist die große Fete am Freitag, wenn nach den Prüfungen und der Regatta am Tag alle Segler in und vor der Werft zusammenkommen, die Segelscheine ausgegeben werden und bei leckerem selbst gemachten Essen von Helga die Segeltage noch mal Revue passieren lassen. Das Wochenende ist frei, aber wer mag, darf sich eine Jolle, einen Laser oder Cat nehmen und in der Bucht seine Segelkenntnisse vertiefen. Für Aufsicht ist natürlich gesorgt, Aber man kann auch nur am Strand relaxen oder die Insel erkunden. 

Wer einen entspannten Urlaub sucht, für den ist das kleine 60-Seelendörfchen Bagnaia auf Elba ideal. Hier ist für alles gesorgt, es gibt Wohnungen und Häuser für jeden Geschmack und Geldbeutel, im Alimentari kann man bei Carla alles für den täglichen Bedarf kaufen, gleich nebenan gibt’ s bei Adriana Badesachen, Geschenke und mehr. Und wer nicht selber kochen möchte, findet auf den Speisekarten der fünf Restaurants alles von Pizza über Pasta bis Fisch. Am schönsten ist es aber abends im Bistro beim Vino bianco oder Spritz die Abendsonne zu genießen und den Kindern auf der Piazza zuzuschauen. Nach zwei Wochen sind viele Freundschaften geschlossen, plant man schon für das nächste Jahr und möchte eigentlich gar nicht mehr weg!

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